Blog 1: Das Ende der Suche
Vor fast genau einem Jahr nahm die Suche ein Ende – die Suche nach Antworten auf die ganz großen Fragen des Lebens.
Tagaus, tagein begleitete mich diese Fragen: Warum ist da dieses ständige Leiden? Dieses mühselige Leben, das immer von einem Gefühl der Leere, Schwere, Unsicherheit, Angst und von Stress überschattet wird? Was hat das alles für einen Sinn? Warum bin ich eigentlich hier? Wer bin ich? Und wo ist dieser sagenumwobene Gott, der das alles zulässt und geschaffen hat?
Das endlose Hamsterrad der Optimierung
Die kurzen Momente der Freude und das ständige Streben nach Glück, Frieden, Liebe und Zufriedenheit – ist das wirklich alles? Muss ich diesen Gefühlen ständig hinterherjagen? Und wenn ja: Wie erreiche ich diesen Zustand und halte ihn für immer fest, wo er mir doch bisher immer wieder aus den Händen geglitten ist?
Viele Bücher und Videos „erwachter Menschen“ berichten von diesem ewigen Frieden, dieser unendlichen Liebe, der Stille und der Einheit mit Gott. Sie sprechen von einem Gefühl des „Ankommens“ – dem Gefühl, überall zu Hause zu sein. Die Illusion der Trennung überwinden, die Verbindung mit dem Leben finden, die Einheit erfahren... das klang unheimlich spannend.
Gleichzeitig fragte ich mich: Was ist dieses Ego, das mein Leben so zu beherrschen scheint? Muss ich wirklich auf der Hut vor ihm sein? Was liegt da eigentlich in ständigem Konflikt mit sich selbst?
Es gibt unendlich viele Methoden zur Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis und Optimierung, um das Leben so zu gestalten, wie man es sich wünscht. Aber ist das wirklich alles so dringlich nötig? Versucht sich da nicht die Katze in den Schwanz zu beißen? Wo ist das Ende der Fahnenstange? Gibt es überhaupt ein Ziel, oder ist da nur die Fahrt?
Mir wurde klar, dass ich dem „Karotten-Prinzip“ auf den Leim gegangen war: Man jagt einem Ziel hinterher, das man nie erreicht, weil es sich mit einem selbst mitbewegt.
Die überraschende Wendung
Nun, die Antworten sind gefunden. Oder besser gesagt: Im Grunde wurden keine Antworten gefunden – es sind einfach keine Antworten mehr nötig.
Es ist liebevoll still geworden. Und an sich so einfach. Ich war vorher nur nie auf die Idee gekommen, mal direkt nach diesem suchenden Ich zu schauen, das so selbstverständlich da zu sein scheint. Dieses Ich, das sein eigenes Leben lebt, Entscheidungen trifft, Kontrolle besitzt... dieses kleine, abgetrennte Stück Leben, um das sich scheinbar alles dreht, dem alles geschieht, das alles erfährt.
Es ist nicht vorhanden.
Unvorstellbar, oder? Richtig, es ist mit dem Verstand nicht vorstellbar. Darum geht es auch nicht. Es ist erfahrbar, erlebbar – darum geht es.
Es braucht dafür keine Jahrzehnte der Meditation und kein Vorwissen aus spirituellen Kreisen oder heiligen Büchern. Sämtliches theoretische Wissen dieser Welt ist zweitrangig; ich behaupte sogar, es ist eher hinderlich, weil wir es nur mit dem Verstand interpretieren. Tatsächlich genügt das direkte, neugierige und unvoreingenommene Schauen in die unmittelbare Erfahrung. Die nackte, rohe Betrachtung des jetzigen Moments.
Der Blick hinter den Vorhang
Ich musste feststellen, dass die Trennung von „Ich und die Welt“ eine reine Fata Morgana war. Nicht, weil andere es mir gesagt haben oder ich es in Büchern gelesen habe, sondern weil ich selbst nachgeschaut habe. Mit der liebevollen Unterstützung eines Guides der Plattform Liberation Unleashed habe ich den Blick direkt in die sinnliche Erfahrung gerichtet, ins unmittelbare Erleben, hier und jetzt.
Binnen weniger Tage wurde es offensichtlich: Das Ich ist eine Illusion. Eine getrennte Instanz, ein Zentrum des Erlebens, existiert schlicht und einfach nicht. Das war schon immer so – und es wird immer so sein.
Die Erfahrungen und Erkenntnisse dieses „Erwachens“ möchte ich auf diesem Blog Stück für Stück mit euch teilen.