Zitate & Gleichnisse

Auf dieser Seite sammle ich Worte, Geschichten und Zeiger, die das Unbeschreibliche auf den Punkt bringen. Sie sind keine Theorie zum Auswendiglernen, sondern Wegweiser, die dich einladen, selbst hinzuschauen.

Worte des Erkennens

  • Es geht nicht darum, etwas zu wissen, zu erhalten, anzustreben oder zu erreichen. Es geht um einfaches Erkennen. Entdecke! Du musst entdecken – das ist alles. — Papaji
  • Die Erkenntnis, dass es nichts zu erkennen gibt – das ist Nirvana, Erlösung. — Surangama Sutra
  • Das individuelle, getrennte Ich/Selbst ist nichts weiter als eine Vorstellung davon, wer wir sind. Vorstellungen sind Vorstellungen – und sonst nichts. Eine Vorstellung kann niemals der Handelnde oder der Schöpfer von irgendetwas sein; sie kann nur sein, was sie ist – eine Vorstellung. — Unbekannt
  • Die Erleuchtung schafft keinen Erleuchteten, das Erwachen schafft keinen Erwachten. Finden oder gefunden haben – beides ist eine Illusion. Beides ist es nicht. Vergiss die Suche. Vergiss das Ziel. Da ist keine Endstation, die es zu erreichen gilt. Da ist immer nur die Fahrt. — Unbekannt
  • Du bist das, was du suchst. Du schaust durch die Augen dessen, nach dem du Ausschau hältst.“ — F. von Assisi

 

Die Gleichnisse

Der Fisch, der das Wasser suchte

Ein Fisch ging allen anderen Fischen auf die Nerven, weil er ständig fragte: „Weißt du, wo das Wasser ist?“ Und alle antworteten genervt: „Ach, was interessiert uns das Wasser. Wo gibt’s was zu fressen?“

Eines Tages traf er einen anderen Fisch, der sich auch für diese Frage interessierte: „Ich habe mich auch schon öfter gefragt, wo dieses Wasser ist. Man hört so viel davon.“ Die beiden beschlossen, zum alten, weisen Fisch zu schwimmen. Sie waren tagelang unterwegs, und als sie endlich ankamen, fragten sie ihn: „Kannst du uns sagen, wo das Wasser ist?“

Der weise Fisch antwortete: „Du schwimmst im Wasser. Wasser ist dein Element. Du lebst nur, weil du im Wasser bist. Du atmest durch das Wasser. Du existierst durch das Wasser. Wasser ist überall, wo du bist. Wasser ist deine Welt.“

Die beiden bedankten sich höflich und schwammen nach Hause. Unterwegs sagte der eine: „Fandest du nicht auch toll, wie er uns das erklärt hat?“ „Ja“, sagte der andere, „aber weißt du jetzt, wo das Wasser ist?“

Glück und Angst

Glück und Angst machten zusammen einen Spaziergang. Angst fragte das Glück: „Sag mal, was ist das höchste Glück für einen Menschen?“ Glück antwortete: „Wenn ein Mensch sich selbst verliert, die Grenzen seines Ichs verschwinden und er im Unnennbaren aufgeht.“

Angst nickte verständnisvoll. Dann fragte Glück die Angst: „Und was ist die größte Angst eines Menschen?“ Angst antwortete: „Dass er sich selbst verlieren könnte, die Grenzen seines Ichs verschwinden und er im Unnennbaren aufgehen könnte.

Glück nickte verständnisvoll – und lächelnd setzten sie ihren Spaziergang fort.

Der Dieb im eigenen Haus

Ein Zen-Gleichnis besagt: Die Suche nach dem Ich ist so, als würde ein Dieb nachts in ein Haus einbrechen, sich im Kleiderschrank verstecken und dann lauthals mit den Hausbewohnern rufen: „Haltet den Dieb! Er muss hier irgendwo sein!“ Der Verstand sucht nach dem Ego, ohne zu merken, dass er selbst derjenige ist, der das Versteckspiel inszeniert.